Warum heißen Möbel eigentlich Möbel?

Warum heißen Möbel eigentlich Möbel?

Warum heißen Möbel eigentlich Möbel? ... Pauline geht der Geschichte unserer Möbel auf den Grund

 

Hallo ihr Lieben…

 

Warum heißen Möbel eigentlich Möbel?

Erinnert ihr euch noch? Letzte Woche habe ich euch erzählt, dass ich in unserer Werkstatt etwas Spannendes entdeckt habe. Frauchen hat mir aber streng verboten, zu viel zu verraten.

„Nur ein kleines bisschen?“

„Nein.“

„Ein winziges bisschen?“

„Nein Pauline.“

Na gut. Jetzt darf ich endlich darüber sprechen. Denn bei meiner letzten Entdeckungstour durch die Werkstatt bin ich auf eine Frage gestoßen. Eine wirklich wichtige Frage.

„Frauchen … warum heißen Möbel eigentlich Möbel?“

„Das ist tatsächlich eine gute Frage.“

„Natürlich ist das eine gute Frage.“

„Und wie kommst du darauf?“

„Na ja … ihr verkauft Möbel. Ihr restauriert Möbel. Ihr sprecht ständig über Möbel. Aber niemand erklärt mir, warum die überhaupt Möbel heißen.“

 

Woher kommt das Wort Möbel?

 

Das Wort Möbel stammt ursprünglich vom lateinischen Wort mobilis. Und das bedeutet: beweglich, bewegbar

Früher unterschied man zwischen dem, was fest zum Haus gehörte und dem, was man mitnehmen konnte. 

Ein Haus blieb stehen, ein Hof blieb stehen. Ein Grundstück blieb stehen.

Aber eine Truhe, ein Tisch, ein Stuhl. Oder ein Schrank. Konnte bewegt werden.

Daraus entstand später das Wort Mobiliar. Und daraus wurde bei uns in Deutschland schließlich das Wort: Möbel

„Moment mal … mein Körbchen kann ich auch verschieben.“

„Ja.“

„Dann bin ich also ein Möbelstück.“

„Nein Pauline.“

„Schade. Das fand ich gerade logisch.“

 

Möbel gibt es schon seit Tausenden von Jahren

 

„Frauchen … seit wann gibt es eigentlich Möbel?“

„Länger, als du glaubst.“

Schon die alten Ägypter nutzten vor über 4.000 Jahren Truhen, Betten, Hocker und kleine Tische. Auch Griechen und Römer besaßen bereits Möbel. Natürlich sahen diese oft ganz anders aus als heute. Aber die Grundidee war dieselbe: Menschen wollten ihre Dinge aufbewahren. Sie wollten sitzen. Schlafen. Arbeiten. Und gemeinsam essen.

„Also hatten die Römer schon Möbel?“

„Ja.“

„Und Hunde?“

„Natürlich.“

„Dann waren die Römer gar nicht so dumm.“

 

Vom Mittelalter bis zum Barock

 

Im Mittelalter besaßen die meisten Menschen nur wenige Möbel. Oft waren es einfache Truhen. Tische. Bänke. Und Betten. Erst wohlhabende Kaufleute, Klöster und Adelige konnten sich aufwendigere Möbel leisten. 

Ab dem 16. und 17. Jahrhundert wurden Möbel immer kunstvoller. Es entstanden große Schränke. Verzierte Kommoden. Aufwendige Tische. Und ganze Einrichtungen. Im Barock wurden Möbel schließlich zu echten Statussymbolen.

„Also war ein schöner Schrank früher so etwas wie Facebook?“

„Ein bisschen vielleicht.“

„Man zeigte, was man hatte.“

„Und jeder sprach darüber.“

„Also genau wie heute.“

 

Möbel wurden für Generationen gebaut

 

Früher kaufte man Möbel nicht für ein paar Jahre. Man baute sie für das ganze Leben. Viele Möbel begleiteten eine Familie über Jahrzehnte. Und nicht selten wurden sie an Kinder und Enkel weitergegeben. Deshalb erzählen Antiquitäten bis heute Geschichten. Jeder Kratzer. Jede Macke. Jede Reparatur. Ist ein kleines Stück Vergangenheit.

„Also haben Möbel Falten?“

„Wenn man so will, ja.“

„Dann sind Möbel und Menschen gar nicht so verschieden.“

 

Die Truhe – das wichtigste Möbelstück im Haus

 

Bei meiner Suche nach der Geschichte der Möbel bin ich schließlich an einem Möbelstück hängen geblieben. Nicht an einem Schrank, nicht an einer Kommode. Nicht an einem Tisch. Sondern an einer alten Truhe in unserer Werkstatt.

Und plötzlich wurde mir klar, warum sie früher so wichtig war.

„Frauchen … war das früher wirklich das wichtigste Möbelstück im Haus?“

„Oft sogar das wichtigste überhaupt.“

Früher gab es oft keinen großen Kleiderschrank. Keine Kommode, kein Sideboard, kein Regal. Dafür gab es eine Truhe. Und die musste vieles können. Sie bewahrte Kleidung auf. Wichtige Dokumente. Wertsachen. Erinnerungen. Und manchmal fast alles, was einer Familie gehörte.

„Also war die Truhe früher eine Mischung aus Kleiderschrank, Bankschließfach und Reisekoffer?“

„Ja, so ungefähr.“

„Und das alles in einem Möbelstück?“

„Genau.“

„Und wo waren die Leckerlis?“

„Vermutlich gab es kein eigenes Fach dafür.“

„Dann hatte die Truhe eindeutig Verbesserungspotenzial.“

Trotzdem reichte das den Menschen oft vollkommen aus. Sie besaßen weniger. Aber die Dinge wurden sorgfältig ausgewählt. Gepflegt. Repariert. Und über Generationen weitergegeben. Vielleicht liegt genau darin der besondere Zauber alter Möbel. Sie wurden nicht für wenige Jahre gebaut. Sondern für ein ganzes Leben.

„Frauchen … eigentlich waren die Menschen früher ziemlich schlau.“

„Warum meinst du das?“

„Eine Truhe. Alles drin. Fertig.“

 

Paulines Entdeckung der Woche

 

Und genau diese Truhe möchte ich euch heute zeigen. Letzte Woche durfte ich noch nichts verraten. Heute schon.

Antike gotische Truhe

Diese wunderschöne gotische Eichentruhe stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde ursprünglich gebaut, um die wichtigsten Dinge einer Familie aufzubewahren.

Die geschnitzten Ornamente erzählen noch heute von der Handwerkskunst ihrer Zeit.

Was früher Aufbewahrungsort für Kleidung, Dokumente und kleine Schätze war, darf heute eine neue Aufgabe übernehmen. Als Couchtisch. Als Blickfang. Oder einfach als Möbelstück mit Geschichte. Denn gute Möbel verändern manchmal ihre Aufgabe. Aber nie ihren Charakter.

👉 Hier geht es zur Truhe

 

Neue Schätze der Woche

Warum heißen Möbel eigentlich Möbel? Neuheiten: antiker Kleiderschrank und Bücherschrank
Neuheiten: 6 antike Stühle, antiker Sessel
Neuheiten: antiker Schreibtisch, antike Sandstein Skulptur
Warum heißen Möbel eigentlich Möbel?Neuheiten: antiker Fliesentisch, antike Anrichte
Neuheiten: antike Vitrine, antikes Barometer, antike Apothekerdosen

👉 Hier geht es zu unseren Neuheiten

 

Und nächste Woche?

 

Natürlich bin ich schon wieder auf Entdeckungstour.

„Frauchen … darf ich diesmal etwas verraten?“

„Nein.“

„Ein kleines bisschen?“

„Nein.“

„Das ist aber schwer.“

Ich verrate euch nur so viel: Ich habe schon wieder etwas entdeckt. Es steht bereits in unserer Werkstatt. Es hat eine spannende Geschichte.  Und ich durfte noch nicht darüber sprechen. Mehr erfahrt ihr nächste Woche.

Wir wünschen euch ein wunderschönes Wochenende, viel Sonne, gute Laune und vielleicht die eine oder andere kleine Entdeckung.

 

Herzliche Grüße

Eure Gabriele Klippert
das Team von Antik & Stil
und natürlich Pauline 🐾

 

PS (von Pauline):

„Wenn ich mein Körbchen verschieben kann … bin ich dann ein Möbelstück?“

„Nein Pauline.“

„Ich finde, wir sollten das noch einmal prüfen.“

 

PPS (auch von Pauline)

„Frauchen … früher hatten die Menschen eine Truhe für alles.“

„Ja.“

„Heute haben sie zehn Schränke.“

„Stimmt.“

„Und trotzdem suchen sie ständig etwas.“

„Da hast du leider recht.“

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