Pauline auf Schnüffeltour in Holland – Teil 2

Herrchen und ich wollten in Holland eigentlich Urlaub machen. Ein bisschen Meer, frische Luft und gemütliche Pausen. Frauchen hatte zugestimmt. Allerdings bedeutet Urlaub bei ihr offenbar, dass man Antiquitäten suchen darf, ohne sie anschließend sofort restaurieren zu müssen. Nach alten Schränken und dem Haus mit dem riesigen Loch in der Mitte glaubte ich, alles erlebt zu haben. Bis Frauchen eines Tages von der Hoteltoilette zurückkam.

Andere Menschen sagen danach: „So, wir können weiter.“ Mein Frauchen rief begeistert: „Ihr müsst euch unbedingt diese Kommode ansehen!“ Herrchen und ich schauten uns an. Eine Kommode? Auf der Toilette? Tatsächlich stand dort eine wunderschöne alte, geschwungene Kommode, die jemand in einen Waschtisch verwandelt hatte. Oben ein Waschbecken, darunter herrliche Holzformen. Frauchen war hin und weg. „Seht ihr, man kann alten Möbeln ein neues Leben schenken!“ Ich hätte die Schubladen lieber mit Leckerlis gefüllt. Nach Geschmack und Dringlichkeit sortiert. Herrchen fragte vorsichtig, ob wir weiterfahren könnten. Ich unterstützte diesen Antrag ausdrücklich.

Antike Kommode als stilvoller Waschtisch mit Waschbecken

Die nächste Überraschung wartete in Haarlem. Frauchen blieb vor einer gewaltigen katholischen Kathedrale stehen: zwei mächtige Türme, eine Kuppel und so viele Einzelheiten, dass sie gar nicht wusste, wohin sie zuerst schauen sollte. Ich legte den Kopf in den Nacken. Für einen Basset mit kurzen Beinen ist das bereits eine sportliche Leistung.

Frauchen erklärte, dass Haarlem zwei bedeutende Kirchen mit dem Namen St. Bavo besitzt. Die alte Kirche am Grote Markt war ursprünglich katholisch, ging aber während der Reformation 1578 in protestantische Nutzung über. Als im 19. Jahrhundert die katholische Bistumsorganisation wiederhergestellt wurde, brauchte Haarlem schließlich eine neue Bischofskirche. Und vor genau der standen wir jetzt.

Der Architekt Joseph Cuypers ließ sie zwischen 1895 und 1930 in mehreren Etappen errichten. Deshalb begegnen sich hier Neugotik, Neoromanik, Jugendstil und weitere architektonische Einflüsse. Während der langen Bauzeit veränderten sich auch die Vorstellungen von schöner Architektur. „Ein Spaziergang durch die Baugeschichte!“, schwärmte Frauchen. Herrchen betrachtete die Türme. „35 Jahre Bauzeit? Da braucht man Geduld.“ Ich nickte. Wenn mein Abendessen so lange dauern würde, hätte ich längst eine offizielle Beschwerde eingereicht.

St.-Bavo-Kathedrale in Haarlem mit Kuppel und Türmen
St.-Bavo-Kathedrale in Haarlem · Foto: Steinbach / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Frauchen entdeckte immer neue Details. Ich entdeckte einen angenehm schattigen Platz. Bei uns zu Hause stehen schließlich auch Möbel aus verschiedenen Jahrhunderten, und trotzdem passe ich überall hervorragend dazu. Besonders, wenn ein weicher Teppich davorliegt. Herrchen und ich fanden, wir hätten uns nun eine Pause verdient. Doch Frauchen hatte noch ein Ziel: Alkmaar.

Alkmaar war wirklich wunderschön. Alte Häuser, schmale Gassen und Grachten, an denen man herrlich entlangspazieren konnte. Frauchen bewunderte die historischen Fassaden. Herrchen genoss die Atmosphäre. Und ich las die Nachrichten der anderen Hunde. Nicht auf dem Handy, versteht sich. An Laternenpfählen und Hausecken findet man schließlich die wichtigsten Mitteilungen einer Stadt.

Dann standen wir vor der prächtigen Waag. Ursprünglich gehörte das Gebäude zu einem Hospital mit Kapelle, später wurde es zum Wiegehaus umgebaut. Dort spielte sich ein wichtiger Teil des berühmten Käsehandels ab. Bei dem Wort „Käse“ wurde ich hellhörig. Frauchen erzählte von Kaufleuten, Käselaiben und historischen Waagen. Ich hatte nur eine Frage: Warum wiegt man Käse so lange, wenn man ihn doch einfach essen könnte?

Historische Grachten und Häuser in Alkmaar

Herrchen schien meine Gedanken zu verstehen und schlug eine Pause vor. Endlich ein vernünftiger Beitrag zur Reiseplanung! Während er etwas Leckeres bestellte, konnte Frauchen weiter die alten Häuser bewundern. So stelle ich mir Urlaub vor: Jeder bekommt etwas, das ihn glücklich macht. Wobei ich mir sicherheitshalber noch einen kleinen Nachschlag gewünscht hätte.

Wieder zu Hause sprach Frauchen übrigens noch immer von der Kommode auf der Hoteltoilette. Bei Antik & Stil hätten wir sogar drei wunderschöne Anrichten und Spiegelkommoden, die sich für eine solche Idee anbieten. Alle besitzen bereits eine Marmorplatte und einen Spiegelaufsatz. Mit fachgerecht eingebautem Waschbecken, passenden Anschlüssen und gut geschütztem Holz könnte daraus ein außergewöhnliches Badmöbel werden. Ich finde ja, ein altes Möbel darf ruhig eine neue Aufgabe bekommen. Solange niemand auf die Idee kommt, mich in diesem Waschbecken zu baden.

Am Ende unserer Reise hatte Frauchen jede Menge Geschichte, Architektur und Antiquitäten entdeckt. Herrchen hatte tatsächlich ein paar gemütliche Pausen ergattert. Und ich wusste jetzt, dass man in Alkmaar Käse wiegt und Frauchen selbst auf einer Hoteltoilette noch Möbel findet. Für den nächsten Urlaub schlage ich deshalb eine Regel vor: Sobald Frauchen „Da könnten wir doch mal kurz gucken“ sagt, bekommen Herrchen und ich automatisch eine zusätzliche Pause. Mit Leckerlis. Schriftlich festgehalten, selbstverständlich. Vielleicht im Geheimfach eines antiken Sekretärs.

Eure Pauline – die eigentlich Urlaub machen wollte und inzwischen sogar auf Hoteltoiletten mit Antiquitäten rechnen muss. 🐾

Drei antike Schönheiten mit neuen Möglichkeiten

Frauchen hat natürlich gleich passende Stücke in unserem Shop gefunden. Alle drei werden im angebotenen Zustand verkauft – die Verwendung als Waschtisch ist eine Gestaltungsidee und erfordert eine fachgerechte Anpassung.

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